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Gepostet am 26.10.2020
03:28 Uhr

Immobilien FAQ Costa Rica

Lothar Kahl Immobilien (LKI) beantwortet Fragen von Personen, die in Costa Rica leben möchten, eine Immobilie suchen oder planen, ein Unternehmen zu gründen.

Frage: Protestmärsche und Straßenblockaden im friedlichen Pura-Vida-Land. Worum geht es eigentlich?

LKI: Finanzielles Missmanagement und Verschwendung in Costa Rica gehen weit zurück. Das Haushaltsdefizit liegt in diesem Jahr bei über 10%, die Arbeitslosenquote bei 24%.

Auch das 2019 beschlossene Gesetz zur Stärkung der öffentlichen Finanzen konnte nicht die erhofften Mehreinnahmen erzielen.

Das Land erlaubt sich 320 Regierungsinstitutionen für gerade mal fünf Millionen Einwohner. Im nächsten Jahr ist eine Welle von Fusionen zu erwarten, um die Kosten des aufgeblähten Verwaltungsapparats der öffentlichen Hand zu dezimieren. 

Um liquide zu bleiben, begann die Regierung Alvarado Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über einen Kredit von 1.75 Milliarden Dollar. Als Gegenleistung schlug Alvarado unter anderem Steuererhöhungen (Einkommensteuer je nach Steuerklasse von 10% auf 12,5%, von 15% auf 20%, von 20% auf 25% und von 25% auf 35%. Die Einkommenssteuer beginnt ab 840.000 Colones, rund 1200 Euro), eine Banken-Transaktionssteuer, eine Erhöhung der Grundsteuer auf 0.75% sowie die Einführung einer globalen Steuer ab 2023 vor. Die angekündigten Sparmaßnahmen der Regierung sahen dagegen eher bescheiden aus.

Daraufhin kam es zu Protesten und (teilweise gewalttätigen) Straßenblockaden, die zwei Wochen andauerten und zu Millionenverlusten insbesondere für landwirtschaftliche Betriebe führten.

Unter dem Druck der Straße brach die Regierung die Verhandlungen ab und rief zu einem Nationalen Dialog auf.

Der begann am vergangenen Freitag in einem Raum im Nationalstadium, in dem sich Vertreter von rund 70 verschiedenen Sektoren des Landes zum ersten Mal trafen. Bis zum 20. November haben Gewerkschafter, Pädagogen, Professoren, Richter, Frauenorganisationen, Genossenschaften, Kirchen und andere Sektoren Zeit, Vorschläge zur Überwindung der schwersten Wirtschaftskrise im Land zu erarbeiten.

Die meisten Finanzexperten im Land gehen allerdings davon aus, dass eine Lösung ohne IWF-Kredite so gut wie unmöglich ist.

Private Gläubiger würden weit höhere Zinssätze verlangen, außerdem brauche das Land jetzt schnell frische Gelder, um anstehende (Gehalts-) Zahlungen in den nächsten Monaten leisten zu können.

Als Nächstes: Stimmt es, dass die Straßenbenutzungsgebühr (Marchamo) für 2021 um 50% reduziert wird?

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