Seitenkopf
Diesen Artikel teilen:
Gepostet am 09.12.2018
20:58 Uhr

„Ich muss nicht in Deutschland alt werden“

- Auswanderer in Costa Rica -

Als Frank Witter, 57 Jahre, freiberuflicher Kameraman, in Myanmar aus dem Flieger stieg, wusste er, das ist nicht das Land, zu heiß und zu hohe Luftfeuchtigkeit. Südamerika, das er von oben bis unten bereist hatte, war es auch nicht.

„Dann kam die Schwester meiner Frau Joke mit Costa Rica“, erinnerte er sich, „und da waren wir noch nie, also sind wir mit einigen Freunden in den Urlaub nach Costa Rica gereist“. Das war 2014.

Wo in Costa Rica? Die Karibik kam für die beiden nicht in Frage, weil sie morgens gerne schlafen und lieber Sonnenuntergänge als Sonnenaufgänge erleben möchten. Tamarindo, Jaco und Touristenzentren wollten sie auch nicht, „die können wir überall auf der Welt finden“. Frank und Joke wollten einfach nur entspannt leben.

Sieben Monate später haben sie das Restaurant El Barco an der Costa de Oro in Guanacaste gekauft. Joke hatte als Chefredakteurin bei einer Musikzeitung einen guten Job und blieb zunächst noch ein Jahr in Deutschland. „Wir wollten sehen, ob hier alles so läuft, wie wir uns das so vorgestellt hatten“, lächelt Frank.

Jetzt, nach drei Jahren, ist er überzeugt, „wir haben hier eine Lebensqualität, die ich in Deutschland nie hätte zusammenbasteln können“.

Virus Costa Rica. Daheim, in Frankfurt und München, hatten sie einen großen Freundeskreis. „Aber wie das so ist, alle meine Freunde waren in den letzten drei Jahren mindestens einmal hier, manche gar dreimal“.

In der Zwischenzeit haben einige seiner Freunde sogar das Nachbargrundstück erworben.

Die Freunde sind wieder zurück, „aber der Virus Costa Rica war gesetzt“, erinnert sich Frank, „wir leben hier abgeschieden in einem noch unbekannten Paradies“.

Mittlerweile haben die beiden einen festen Kundenstamm. „Selbst Familien, die in Samara oder Santa Teresa leben, kommen in diese Idylle, um einen entspannten Strandtag zu verbringen“.

Urlaub? Im Oktober waren Frank und Joke in den Bergen oberhalb von Manual Antonio. Drei Tage haben sie es auf 1650 Meter ausgehalten, dann ging es zum Shopping nach San Jose und schnell wieder zurück nach Guanacaste. „Wir haben dann am Strand vor unserem Restaurant Urlaub gemacht“.

Heimweh? „Wenn ich die Stimmung in Deutschland sehe, Poller auf Weihnachtsmärkten, die Ausländerproblematik, dann muss ich nicht in Deutschland alt werden“.

 

« Zurück zur Übersicht
Zurück Startseite Nach oben